Cluster I – Praxisorientierung

Clusterziel: Methoden kritisch-reflexiver Distanzierungsfähigkeit in der Praxis Praxisorientierung in der Lehramtsausbildung ist nicht per se Garant für gelingende Kompetenzsteigerung, wenn neben den kognitiven nicht auch motivationale und emotionale Professionalisierungseffekte bei den Studierenden beachtet werden: ”In diesen Situationen sind sie auch besonders vulnerabel. Diese vielseitigen motivationalen und emotionalen Aspekte müssen künftig besser berücksichtigt werden” (Hascher 2012b, 124). Um den im Praxisfeld emergierenden „motivationalen und emotionalen” Verstrickungen hochschuldidaktisch die für professionelles Handeln unabdingbare „kritisch-reflexive Distanzierungsfähigkeit” entgegenzusetzen, existieren an der Universität Bielefeld besondere Lehrveranstaltungsformate. Die Wirkungen dieser Schülerförder- und Professionalisierungsprojekte wird evidenzbasiert geprüft und differierende konzeptionelle Unterschiede im Zugang zur Praxisreflexion werden miteinander verglichen. Dies gilt insb. für die in unterschiedlichen Schulstufen (Primarstufe & Sek I) und schulischen Feldern (allgemeinbildend & berufsvorbereitend) angesiedelten Schülerförderprojekte, innerhalb derer Studierende jeweils ein Jahr lang benachteiligte Schüler/innen begleiten und fördern und hierbei seitens der Universität intensiv fallreflexiv betreut werden (WM1-WM3). Neben direkt an Spannungsfeldern ansetzenden Lehrveranstaltungsformaten zur „multiprofessionellen Kooperation” (WM5), die in Tandems aus Lehramtsstudierenden und Studierenden der Sozialen Arbeit in der Tradition der Bielefelder Schulfallstudien Konfliktfelder der Praxis untersuchen, widmet sich ein weiteres Projekt gegenstandsübergreifend der aktiven Bewältigung schulischer Belastungssituationen (WM4). Die beschriebenen massnahmen heben auf hochschuldidaktische Praxen primär strukturanalytisch verfahrender Beratungsformate für Studierende ab, die ergänzend zur existierenden systemisch-lösungs-orientierten „PeerBeratung“ der BiSEd und dem „Peer Learning“ des Programms „richtig einsteigen” (FKZ: 01PL12045) durchgeführt werden.

Neben einer Evidenzbasierung der Wirkungen der Beratungsformate (WM1-WM5) bedarf es daher für die Lehrerbildner/innen einer leicht zugänglichen Dokumentation des Wissens zur Praxisreflexion, die in Form eines Beratungsportals Praxisorientierung sichergestellt werden soll. Hier werden zielgruppenadäquate Handreichungen erstellt, in denen Beratungsansätze systematisiert, methodisch aufbereitet und durch Beispiele illustriert werden. Angesichts der geteilten Zuständigkeiten in den Praxisphasen (Universität, ZfsLs, Schulen) sollen diese Beratungsformate nicht allein Hochschullehrenden vorbehalten bleiben, sondern auch anderen Akteursgruppen zur Verfügung gestellt werden (z.B. Studienseminarleitungen).

 

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